Dienstag, 11. September 2012

Ein philosophisches Gedicht zum Merken

Rousseau, du meinst, dass jeder ein Einzelgänger ist
Und von Natur aus verfällt auf keine List,
Und jeder gegen sich nur kämpft,
Doch Schäden niemand davon trägt.
Ist man jedoch im Gesellschaftsbereich
Entstehen Eigentum und Obrigkeit.
Am Ende gibt es nur noch die Hierachie,
Rousseau, du lernst es nie.

Ein kleines Gedicht zum Naturzustand nach Hobbes

Homo homini lupus est,
Der Mensch dem Menschen ein Wolf ist.
Der Mensch ist von Natur aus böse, ein Wicht,
Doch dieses Bild habe ich nicht.
Meine Meinung will ich hier aber nicht erzählen,
Denn ich muss noch Hobbes zu ende erklären:
Jeder gegen jeden und für sich selbst,
Ein Krieg alle gegen alle, die Menschheit zerfällt.

Dienstag, 14. August 2012

Donnerstag, 26. Juli 2012

Ohne Titel


Brenne Seele, brenne
Das wolltest du ewiglich
Entfache die lodernde Sänge,
Züngle dich um mein Gesicht

Weiter noch in mein Herz hinein,
Nimm alles was war mein
Genugtum steht dir ewig nicht,
Doch Dein wird niemals sein erlischt

Träumerische dumme Köpfe
Lassen Dein einfach tun
Doch schlingst mit deinen hasserfüllten Zöpfen
Jedem Tor den Halse zu

Was hab ich von dir?
Treibst deine Spiele mit mir
Kann nicht mit und kann nicht ohne
Deine tiefe Scheusals Gier

Schwarzer Sand


Sie nennen es auch das schwarze Gold
Jeder fürchtet es,
Jeder ist ihm hold
Denn irgendwann werden wir alle dazu verbannt,
Zu schwarzem Sand
Weich und komisch elegant
Und doch schwer im Herz

Wenn weit, weit entfernt die Sonne explodiert,
Dann brüllt und blutet der Himmel
Und der schwarze Sand ihn überzieht
Wie schwarzer Schimmel
Dann klebt und kleckert die Luft,
Wird bleiern und dicht
Alles Licht verpufft,
Die ganze Welt vor Moder zerbricht
So fällt er weiter, weiter in deine Hand
Die Asche, der schwarze Sand.

Montag, 25. Juni 2012

Leben?


Tränen rinnen mir über die Wangen, Tränen heiß und schwer.
Ein Ausdruck von meinem Schmerz, viel zu spät.
Jahre schon ist es her als ich mich selbst vergaß,
Jede Nacht im Nichts versank und jämmerlich ertrank
Im roten Meer, das man Leben nennt

Tropfend pochend laut  verlor ich mein Leben
Während ich an Freiheit gewann
Vom Monster das mich stetig trieb denn das-
Ja das starb auch.

Zusammen schwebten wir  in einem wohligen Frieden
Vor dem Ende.
Das Ende welches jeden Tag neu beginnt.
Mein Geist im Delirium, mein Körper nur noch Sucht.
Ich renne, renne weg vor mir
Ein Leben auf der Flucht.

Stolpernd suche ich Halt,
niemand, der mir noch helfen kann.
Allein treibe ich-
Nein nicht allein mein Monster in mir.
Treiben wir vorwärts, zurück?

Immer im Sog, immer im roten Meer.
Mein Empfinden ist nur noch Schmerz
Und keine Tränen. Nicht für mich.

Irgendwie wache ich auf,
schwer verwundet renne ich fort.

Wunden heilen wohl, doch Vergessen gibt es nicht
Und Narben heilen nicht.

Heute weine ich nicht der Vergangenheit wegen
Nein! Weinen tu ich nur weil ich weiß-
Solang ich lebe, lebt auch das Monster
Solang ich lebe, lebt auch der Schmerz
Solang ich lebe, ist der Kampf nicht vorbei

Und ich weiß nicht wie er endet…ob er endet….und wer das Ende miterleben wird
Ich?
Oder
Ich?



Donnerstag, 10. Mai 2012


(hört sich am besten schnell und laut an ;) )

Weite Schöpfung
Keinen Sinn
Weiter Weg
Kein Entrinnen
Laute Rufe
Schon verhallt
Auf der Suche
Keinen Halt
Brauche Wasser, brauche Ton
Brauche Licht
Wer braucht mich schon?
Bin das Kleine, bin der Nichtsnutz
Tauche unter, suche Schutz
Laufe weiter, links und rechts
Oben, unten, alles krächzt
Denn nur die Raben, dumme Viecher
Bleiben bei mir, arme Kriecher
Bin schon lange auf der Reise
Hab schon fast den Mut verlorn
Da kommst von hinten, legst die Hand auf meine Ohrn
Hab mich getäuscht
Kann lieben
Ohne Ton zu bieten
Brauche nur ein Bild vor Augen
Dein Bild, lässt mir Atem rauben
Drei Sekunden eine Ewigkeit
Ein Augenblick, der Schönheit
Birgt und mich spielt in deine Hände
Wie gewonnen so zerronnen, flüstert mit das Schicksal ein
Und wie du warst gekommen
So bist gegangen
Doch warst immer mein

Sonntag, 6. Mai 2012

Dufte kleines Blümchen, dufte
Hast die Welt noch nicht gesehen
Möchtest fliegen durch die Lüfte,
Schritt für Schritt dein Wege gehen

Sachte kleines Blümchen, sachte
Eile nicht gar zu schnell voraus
Nimm deine Zeit und betrachte,
Den wunderlichen Augenschmaus

Singe kleines Blümchen, singe
Teil dein Glück mit der Natur
Philosophiere über Dinge,
deines und der anderen Spur

Fliege kleines Blümchen, fliege
Tauch dein Blatt in Erd und Wolk
Empfang die so verdiente Liebe,
bist aller Welt schönstes Gold

Samstag, 5. Mai 2012

König der Welt

Oh welch Freudenklang
zieht mit deinen Winden!
Oh welch neues Lied
entfaltet sich in mir!
Neue Winde, neue Stürme
neue Liebe, neues Glück.
Jeder Schritt nach vorne
und kein Blick zurück!
Neu geboren steige ich empor
und bade in den Winden.
nichts ist wie bevor
werde mich nie mehr finden.
Geb mich auf
in den Stürmen dieser Zeiten
Lauf!
Lass mich von Gefühlen leiten!
Tief hinunter, hoch hinauf!
Hoch gehoben, tief gefallen
steh ich wieder auf.
Neue Winde, neue Stürme
fühle ich in mir!
Neue Liebe, neues Glück
schweben um mich her!

Geliebter, wenn mein Herz zu Stein wird und meine Leidenschaft zu Eis , dann räume nicht meine Wege . Nehme mich auf.
Als Wesen, dass seine Fesseln fallen lässt, um neue bei dir zu  finden.

Freitag, 4. Mai 2012

Ewiges Glück

Tränen rinnen das Gesicht herab,
Ganz klein und rein,
Jede einzelne steht für einen Gedanken,
Ein Gefühl, eine Sehnsucht, ein Danken.


Sie hilft dich zu erinnern dran,
Welch Kummer, welch Schmerz
Es geben kann.

Doch das was deine Seele geschunden,
Auch an Freud und Glück gebunden,
Denn keine von ihnen lässt dich zurück,
Wie Schatten der Sonne- Ewiges Glück.



Leben der Weide

Die trauernde Weide steht am Fluss des Lebens. Sein Wasser ist das wonach sie sich verzehrt. Der Wind spielt mit ihren Blättern- umhüllt sie, lässt sie tanzen. Tanzen voller Glück. Doch am Ende lässt er sie allein zurück. Allein wie am Anfang. Den Hauch des Glücks gekostet, doch nie verzehrt.
Der Herbst als einziger Ausweg aus dem alten Kleid. So wird die Vergangenheit abgeworfen und nur das nackte Gebilde der Hoffnung bleibt. Dieses versteckt sich im Winter unter einer Schicht des Schutzes. Diese dünne Mauer, die aus Angst geschaffen, birgt die Ruhe, die sie wie ein Kleid der Kraft umhüllt. Und nach und nach mit dieser füllt. Aus dieser Kraft wird ein strahlendes Antlitz erschaffen. Im Frühling zeigt sich die Blüte der Erholung. Im Sommer erstrahlt die Weide in ihrem alten Stolz. Sie scheint so stark, wenn ihre Blätter, vom Gerüst der Hoffnung erschaffen, im Winde tanzen. Tanzen voller Glück. Doch der Herbst kehrt zurück und nimmt jedes Mal ein Stück der Hoffnung mit.

von Linda Zirnstein

D´espoir

Le mesonge rime avec le temps.
Ce faux ami qui se passe bien du présent,
Il voyage entre le passé et le futur,
Il se cache sous des mots qui semblement pur.


Mais allez, un peu d´epoir.
Ce n´est pas fini,
Parce que les mots du passé restent
Enfin l´espoir est d´ici.

von Linda Zirnstein

Dichter

 
Ihr seid die, die versuchen Gefühle in einem Netz aus Worten zu fangen.

Das Gebilde, dass ihr so erschafft,
Raubt der Wahrheit jede Kraft.

So klar und makellos rein,
Wie des ersten Raureifs Schein.

Doch dies Kleid gleicht einem Nebelschleier,
Die Tücke der Ekstasen,
Verhüllt in den Phrasen
Der alten Leier.

von Linda Zirnstein

Gefangene der Freiheit

Ich will nicht Dein sein,
wenn ich weiß
dein Sein
ist nicht Mein.


von Linda Zirnstein

17 - whatever!!

Und schon wieder ein Jahr älter
17 Jahre alt - doch wayne!
there's not much I learned from last year
got nothing done and there's no shame

17 - thx for your pity
Was kann man tun mit 17 Jahrn?
Nichts seit gestern ist heut anders
als ich noch sweet 16 war.

Und doch erfüllt es mich mit Freude,
dass der Kastanien ihre Blüten
heute frisch für mich entflammen
Geburtstagskerzen - wieder mal

Donnerstag, 3. Mai 2012

Freistundenmusik

Roter Boden, helle Sonne,
Wärme auf der Haut.
Lachende Rufe und in mir
Ein Leuchten, das einfach nur vertraut.

Ein Ballspiel, Geräusche.
Der Frühling in der Luft,
Der Frühling ist die Zeit der Jugend,
Die laut nach einem Morgen ruft.

Zehn Minuten ohne Sorgen,
Ohne Klingeln, ohne Stress,
Wie früher noch im Kindersommer,
Vom Rasensprenger ganz durchnässt.

Kurze Zeit dazwischen hängen,
Ohne Suchen, ohne Denken.
Einen Augenblick der Welt entfliehen
Und sich ganz dem Jungsein schenken.

Die Freundschaft zwischen dort und hier.
Kein Druck nur einen Augenblick.
Nur leben, sein, fröhlich sein.
Sein, wie wir wirklich sind.
Heute und morgen.
Erwachsen und Kind.
Eine Kirschblüte im Frühlingswind.
von Darleen Schitkowsky

Der Mann mit dem Koffer voller Fragen

Melancholisch ließ die Birke ihre Zweige hängen. Im Hintergrund strahlte der rosafarbene Himmel mit der leuchtend orangenen Sonne um die Wette, die sich gerade schlafen legte. Ein sanfter Hauch von einem Wind wehte und ließ die Zweige der Birke im schwindenden Abendlicht tanzen. Die alte Schaukel pendelte leicht hin und her, stand verlassen an dem Platz, an dem sie schon so viele Jahre gestanden hatte. In der Luft lag noch ein letztes Kinderlachen, das den Tag beschloss. Aus den geöffneten Fenstern drangen Küchengeräusche und appetitliche Gerüche, die sich mit dem schweren Duft der Magnolien mischten. Hinter den Fassaden kamen die Familien zusammen, man konnte die Nähe durch die Hauswände spüren. Ein einsamer Wanderer stapfte durch die menschenleeren Straßen. Seine Schuhe waren löchrig und mit rotem Staub bedeckt, seinen abgewetzten Hut trug er tief ins Gesicht gezogen. Obwohl er schwieg, hatte man den Eindruck, dass er ein Liedchen pfiff. Eine Weise, wie aus einer anderen Welt, die so unpassend an diesem frischen Frühlingsabend schien, wie er selbst. Der Landstreicher trug einen großen Koffer bei sich, von dem man glauben musste, dass man ihn einzig vom Fleck bewegen konnte, indem man ihn mühsam hinter sich her schleifte, so riesig war er. Doch der Mann trug das Gepäckstück locker unter dem Arm, ließ ihn baumeln, als wöge er nichts. Jetzt wendete er sich einem Garten zu, dessen Wiese über und über mit weißen Blütenblättern bedeckt war. Darüber reckten sich die alten, knorrigen Stämme der blütenübersäten Obstbäume. Der Mann blieb stehen und von ihm strahlte ein Lächeln in die Welt, als betrachte er das Schönste, das er sich vorstellen konnte. Mit fachmännischem Blick nahm er alles in sich auf: jeden Zweig, jeden Strauch und jedes kleine, gelbgrüne Blättchen. Der Koffer glitt zu Boden, als ein langgezogener Freudenschrei in der Ferne verhallte. Staubwölkchen wirbelten um die Füße des Landstreichers. Und dann, wie um ein Zeichen zu geben, markierte das Quietschen der verlassenen Schaukel den Beginn der seltsamen Ereignisse an diesem friedlichen Tag im April. Mit einem Schnappen sprangen die Schlösser am Koffer auf und der gewichtige Deckel öffnete sich langsam, wie schwerelos. Für den ungeübten Betrachter schien das Gepäckstück gänzlich leer zu sein, doch wer genauer hinsah und zum Sehen nicht nur seine Augen gebrauchte, der erkannte sofort, dass er bis zum Rand gefüllt war mit Fragen. Unter ihnen waren große und scheinbar unbedeutende Fragen, offene und peinlich genau formulierte, bunte und stille. Sie alle breiteten sich aus und zogen sich wieder zusammen, purzelten wild durcheinander. Bedächtig machte der Mann einen Schritt zurück und beugte sich zu den unzähligen Fragen hinunter und kramte lange in dem Koffer, bis er behutsam die Auserwählte auf seine raue Handfläche legte. Er hob sie an seinen Mund und sein Atem ließ sie sich schwebend entfernen, den hellen Blüten entgegen bis sie vom Nachthimmel verschluckt wurde. Der Wanderer verfolgte ihren Weg und seufzte lautlos. Dann gab er dem Koffer einen Stups mit dem Fuß, sodass dieser zusammenklappte. Ein weiterer kleiner Tritt ließ ihn aufspringen, und der Mann fasst ihn wieder unter dem Arm. Schlendernd entfernte er sich, wie er gekommen war, verließ die Straße ohne Eile. Doch in jedem Haus, an dem er vorbeikam, ging ein Licht an. Gelbe Äugelein guckten in die Nacht und ein oder zweimal blieb der Wanderer einen kurzen Moment lang stehen und griff in die Leere. Nur wer bereit war, die Augen zu schließen, konnte sehen, dass ein Reisender durch die Dunkelheit schlenderte, um noch all die übriggelassenen Fragen zu sammeln.
von Darleen Schitkowsky

Unbenannt

Ein Strom aus Zeit zieht mich. Zieht mich weit fort von mir. Ich tauche ein in meine Vergangenheit. Vergangenheit?
Wo war der Atemzug den ich gerade nahm?
Vorbei. Vorbei wie all das vergangene meines Lebens. Ich denke nicht zurück, doch Bilder kommen ungefragt. Morgen bereut man schon das, was man gerade sagt.
Menschen rennen gegen Wände, suchen nach der Tür. Wie Gefangene rennen und hasten wir.
Wer weiß noch wohin? Wer hat ihn noch nicht verloren, den Überblick? Überblick? Worüber, was gibt es zu überblicken? Leben ist vielfältig. Es überschreiten sich die Ströme der Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart.
Immer und immer wieder willst du bergreifen, willst du verstehen. Doch hat man es begriffen, dass es nichts zu begreifen gibt, ist es zu spät. Wer will noch wissen, wenn das Wissen grausam ist.
Lauft Menschen, lauft davon vor euch. Die Zeit, eure Erfindung hat euch überholt. Das letzte bisschen Zukunft wurde zerstört, zerstört von eurer Vergangenheit. Und die Gegenwart? Die Gegenwart ist längst vergessen.
Darum lauft davon, ihr könnt euch nicht tragen. Schmerzen zerreißen eure Lunge. Schmerzen denen ihr selbst Namen gabt. Namen und Raum.
Es gibt kein Zurück in einer fortschrittlichen Gesellschaft. Wohin schreitet sie nur? Warum scheint das jeder zu wissen, warum weiß ich es nicht mehr?
Hab ich es je gewusst?
Nein ich war wohl wie der Rest der Gesellschaft zu sehr damit beschäftigt Wissen vorzugeben. Und jetzt?
Jetzt sitze ich hier und merke wie mich ein Strom aus Zeit zieht. Zieht mich weit fort von mir. Und ich tauche ein in meine Vergangenheit. Vergangenheit?
von Sunniva Zelia

Begleiterin

Als ich die Augen schloss,
War deine Stimme als einzige zu hören,
Die wie ein Pfeil durch meine Seele schoss,
Um meine Einsamkeit zu stören.

Als ich mich fallen ließ,
Nahm ich den Sturz in deine Tiefe,
Dein warm-schwarz-weichliches Verlies,
In das ich mich gleich verliebte.

So blieben wir in der Umarmung,
Haut an Haut und Herz an Herz
Und übrig blieb die leise Warnung:
"Ich werd' ihn lindern, deinen Schmerz."

Denn dein Haar verströmt den Duft,
Dein Atem haucht mir Leben ein.
Freiheit, Unsinn, Zukunftsluft,
Du sagst, all das soll unser sein.

Und als der Hass mich schon verleiten wollte,
Blieb dein Flüstern dort und hier:
"Auch wenn du's nicht kannst, ich liebe dich,
Und, wenn du willst, geh' ich mit dir."
von Darleen Schitkowsky

Allein unter Lebenden

Denn zu dieser Zeit vibrierte alle Welt und jedermann war ein Vesuv und die Eruptionen der menschlichen Vulkane spuckten Leben um sich; einzig sie rang begraben unter der Asche und dem Staub nach Atem.
Da gab es die roten Wilden, die sich im psychedelischen Strudel ihres durch bunte Substanzen aufgewühlten Bluts und der kreischenden Musik unterlegt mit feisten Bässen im Tanze drehten und sich ganz vergaßen. Aus zwielichtigen Etablissements konnte man ihre grellen Rufe hören, ekstatisch immer engere Kreise ziehend, immer schneller und lauter hetzend.
Wieder andere suchten die Weite. Sie sahen die Welt mit den von Zeit ungetrübten Augen der Jugend, die viel auf ihre großen Hoffnungen und ihren idealisierten Hass auf das System- welches ist, wie die Geschichte zeigt, nicht von Belang, da es sich schlicht immer um das Vorhandene handelt- und letztlich die sogenannte Freiheit hielten. Diese war ihnen das höchste und einzig erstrebenswerte Gut und sie fanden es sich in den fernen Ländern der Erde zwischen fremden Sprachen und Landschaften.
Die nächsten taten sich durch ihren Intellekt oder ihr Talent hervor, an das sie sich klammerten und es bereitete ihnen rote Teppiche auf allen Wegen, die nach oben führen und keine Türen blieben verschlossen, sodass sie in dem Wissen wandelten, am Ende der Leiter vom goldenen Balkon dem Pöbel zu winken. Und einige waren schlicht so schön, dass ihre Umwelt nicht umhin konnte, sie über alles zu erheben, sodass deren Lebenssinn in sich selbst und der Leichtigkeit zu finden war.
Manche wenige hatten sogar das Glück durch die Freuden von Liebe und Freundschaft Kraft zu finden, doch Gefühle sind ein windiges Geschäft. Spontanität verhalf solchen, Religion jenen anderen, Wut den letzten zu einem Gegenstand, um den sich ihre Gedanken winden konnten, sodass sie einen Grund zur Detonation fanden.
Sie alle jedoch waren in ihrer Diversität begnadet, weil sie ihre persönliche Existenz von etwas Allgemeinem, das alle besaßen, zu etwas Eigenem machten, indem sie es erfüllten mit dem einen, von dem sie glaubten, dass es sie satt mache oder zumindest meinten sie dadurch, der unstillbaren Gier nach Leben, dem ewigen Hunger entfliehen zu können. Ganz gleich, ob es nun Vergnügungswut, Ideale oder Ehrgeiz waren, die ehrbaren- und naiven- Hoffnungen oder der Hände und Geister ehrliche- und ermüdende- Arbeit; sie hatten ihre Mittel, die peitschende Sehnsucht zu bezwingen. Und sie nutzen, war jenes diffuse Gewirr, das man mit dem seltsamen Wort Leben bekleidet.
Auf gewisse Weise waren nämlich all diese Menschen geeint durch die Arroganz des Lebendig-Seins, durch ihre explosive Sprengkraft. Selbst jene, deren Gemüter lediglich zu einfach gemacht waren, um zu erkennen, wie sich um sie her eins in das andere fügte und das dritte erlosch, waren doch glücklich, weil man „sich halt so durchschlägt“. Selbst der Alltag konnte das heilige Elixier des Lebendigen sein.
Allein sie, die unter der Asche wühlte und nach Luft ächzte, die genau wie die anderen die Sucht in sich hatte, die alle Welt von Geburt an verpestet und sie einmal taub, einmal rasend macht, allein sie gehörte trotzdem nicht zu den Lebendigen. Denn sie kannte keinen Weg und ihre Existenz war still und antriebslos, weil sie voller Gedanken und Wünsche war, und dennoch ohne Taten blieb. Denn in solchen, die keine Spur halten können und immer ausweichen in weitläufige Wüsten aus Liebe, die aber niemals zur Passion reicht, wächst der Druck des heißen Magmas nicht genug, auf dass sie ihr Innerstes und all ihr Gut nicht nach außen tragen können. Ihr Vulkanenschlund bleibt stumm und speit das Wichtige im Inneren nicht aus, sodass ihr Leben, was es nicht ist, weil es nicht aus Handlungen besteht, einer zersprengten Suche gleicht. Ihr Geheimnis findet keinen Ausdruck.
von Darleen Schitkowsky

Unbenannt

Mo chridhe
Sitting here in that city
'thougt that life thae life wud be pretty
but aye when A keek at ra sky
A see ra clouds flewing by
Ma hert greets
Oh how cud A hae left ma hameland?
Whaur ra glens are sae bonnie
an ra winds are still free...
But A'm in this city
an ma hert thon died lang agae
how cud A life in chains,
ma hert needed freedom sae!
von Sunniva Zelia

Schöpfung

Wie Wasser auf heißem Stein, wie der Untergang der Sonne, so verrinnt uns die Zeit lässt uns nicht leben, zieht und zerrt an uns, reißt uns hinunter und schließlich sind wir verschluckt im Strudel der Zeit. Und niemand kümmert sich. Wir sind nur noch eine Erinnerung, die zu blass ist, als das sie jemals wirklich gelebt haben kann. Einmal noch tropft die letzte Träne für uns herab und auch diese Trauer stirbt und was bleibt... Was bleibt ist unser Wort was wir euch mitgaben. Doch es wurde zu Asche in eurem Munde. Klebte an unserem Tod und geriet, wie alles, in Vergessenheit. Verstaubt unter der Erde, wo es nie wieder ein Tropfen der Trauer um einen erreicht.
Was bleibt ist die Hoffnung, dass du es besser machst. Lass uns leben.

Spaziergang mit Werther

Wie ruht die Welt so feierlich!
Mir graut’s vor dieser Stille,
In die gar kalt und schauerlich
Gehüllt ist alle Fülle,
Die in des Maien Sonnenschein
Einst laut und bunt geklungen,
Das fröhlich Lied des Liebenden,
Nun ist es ausgesungen.
Der Wind im toten Herbsteslaub
Hat dich entfernt von mir,
Natur vergeht im Jahreslauf,
-Und ich vergeh‘ mit ihr.
von Darleen Schitkowsky

Unbenannt

Vergangenheit, tanzen wie mit Worten aus Licht.

Tiefe Sehnsucht Verlangen gleich.

Und dieser Drang längst vergessene Momente in einem aufsteigen zu lassen.

Sein. Und seine Berührung auf meiner Schulter, wie mein Herz pocht und schreit. Ich will wegrennen und laufe ihm direkt in die Arme. Ein Lächeln. Ein Wort. Kuss

Mein Kopf verliert sich in den Fluten des seins. Viel zu viel sein. Ich fühle zu viel, fühle nichts. Seine Hände überall meine Blicke tief gefangen in seinen Augen. Mein Herz brennt, schreit und flieht. Schmerz fühle ich nicht.

Angst. Angst in mir nicht mehr zurück zukommen. Nicht mehr bescheiden zu sein. Hände. Küsse. Blicke.

Immer diese Blicke. Augenblicke. Augenblicke meines Lebens. Denn für einen Augenblick habe ich gelebt.
von Sunniva Zelia

Eine Bitte

Wenn mein Herz zu Stein geworden ist
Und meine Leidenschaft zu Eis
Wenn ich vergessen hab wie man vergisst
Und ich sterben will um jeden Preis
Geliebter, dann halte mich fest,
halte mich fest.

Wenn mein Schmerz mich zerreißt
und mich in die Verwirrung treibt
Wenn ich die Richtung nicht mehr weiß
Und nur noch Leere bleibt
Geliebter, dann halte mich fest,
halte mich fest.

Ich habe mein Herz sooft hingegeben
Doch es wurde nur zerbrochen
Zerschrabt, zernarbt, zerrissen
Eine Bitte hält mich noch am Leben:
Geliebter, halte mich fest
Halte mich fest.

Ich habe alles gegeben
Es wurde alles genommen
Doch ich habe nichts zurück bekommen
Du sagst:„Fang von vorne an“
Doch ich weiß nicht wie oft ich noch anfangen kann.
Geliebter, halte mich fest,
halte mich fest.

Ich steh auf, setz mich hin
Ich sammle meine Hoffnung
Und bleibe schließlich liegen
Mit dem Rücken an der Wand
Und dem Schicksal in der Schusslinie
Und dann steh ich da,
weiß nicht wie lang ich mich noch halten kann.
Geliebter, halte mich fest,
halte mich fest.

Meine Beine knicken ein
Mein Kopf läuft über
Mein Finger zuckt am Abzug
und dann…
hältst du mich fest, hältst du mich fest.
von Sunniva  Zelia

Winterwelten

Unendliche Weiten
Aus göttlichem Weiß,
Unberührt, unverletzbar
Schläft das ewige Eis.
Geschichten und Märchen
Liegen begraben
Unter dicken Decken,
In silbernen Särgen.
Die Ruhe, sie leuchtet
Aus der leblosen Kälte,
Aus vibrierendem Nichts
Und glühender Nacht.
Stahlblaue Schluchten
Verschlucken das Licht,
Keine Wärme, nur Zeit,
Die niemals zerbricht.
von Darleen Schitkowsky

Der Anfang

Du, bist der Anfang.
Du, bist das Licht.
Du, bist die Liebe,
Die Fesseln zerbricht.

Du, bist die Hoffnung.
Du, bist die Kraft.
Du, mein Beschützer,
Führst mich durch die Nacht.

Du, bist unendlich.
Du, überall.
Du, mein Erlöser,
Verlangsamst den Fall.

Berühr ich das Leben,
Berühre ich dich.
von Darleen Schitkowsky

Surreale Emotion

Die Stille zieht ein
Verlässt deinen Körper
So hell, so klingend, süßlich
Ein Duft wie rosa Blütenstaub
Wie klare Harmonien
Die Haut der Sonne
Im Schrei gefroren
Der Geschmack von Wolken
Verringert die Nacht
Das kühle Wasser
In länglichen Tropfen
Zieht dürre Fäden, benetzt deine Hand
So lieblich und zart
Wie Steine
Aus Unendlichkeit gegossen
Liegen so tot und bar
Ebenmäßig geschliffen
Durch Zeit, durch den Verlauf
Von Stille.
von Darleen Schitkowsky

Winterstimmung

Wie fällt dort draußen
der Schnee so sacht,
Glanzvolles weiß
Durch stahlblaue Nacht

Wie knistert hier drinnen
Das Feuer so warm,
Wiegt in den schlaf
Und hält im Arm

Wie lieblich erklingt
Die Ruhe in mir,
Wohlig geborgen
Im jetzt und hier
von Darleen Schitkowsky

Suche und Antwort

Auf der Suche nach mir selbst
fragte ich viele Leute.
Einige Antworten bekam ich,
auf and're warte ich noch heute.

Einige sagen ich sei lieb,
ich selber find mich fies.
Zudem wär ich gern ich selbst,
wenn man mich doch ließ.

Auf der Suche nach mir selbst
seh ich im Spiegel ein Gesicht.
Ich bin sicher es ist meines,
aber irgendwie auch nicht.

Manche sagen, ich sei 'ne Hexe
und sollte brennen lichterloh.
Ich muss gestehn ich liebe Feuer,
flammend Haar besitz ich schon.

And're sagen, ich sei seelenlos,
doch schwarze Seelen find ich schlimmer.
Seid ihr arm oder bin ich ärmer?
Denn alle Seelen leben für immer.

Auf der Suche nach mir selbst
fand ich auch einen Namen.
Dieser wird getragen von nem Körper
geschaffen durch meine Ahnen.

Familie sagt, ich sei Familie
Freunde sagen, auch ich sei Freund.
Feinde zählen mich zu ihresgleichen
oder habe ich das nur geträumt?

Auf der Suche nach mir selbst
hab ich mich nicht gefunden.
Wenn ich frage wer ich bin,
vergeude ich nur Stunden.
von Frauke Jinja Görl

Der Ruf des Schlafes

Müdigkeit,
Trägheit.
All die Worte wir erfunden,
zu beschreiben schlecht,
woran wir doch so gebunden.

Im Bette leg ich,
die Augen offen,
doch fühlen sie sich,
als hingen Gewichte dran.

Langsam,- mild und zart,
schließen sich die Lieder,
es scheint so hart,
doch keines falls zu wider.

Der Atem wird Langsam,
der Atem wird Tief.
Der Schlaf beginnt den Sang,
der mich ins Land der Träume rief.

Dieses Land,
immer ist es neu,
hält an der Wand,
einen Spiegel mir entgegen.

Ein Spiegel,
welch' entspiegelt meine Wünsche,
meine Sorgen, meine Blicke.

Er vereint sie zu etwas Bizarrem,
das man nie ganz versteht,
man wird auf der Frage beharren,
worum das Ganze geht.

Doch denkt man drüber nach,
verfällt man erneut in Träume.
Entdecken neues, verstehen mehr,
werden Wach.

Sehen, dass sie, die Träume,
waren doch nicht bloß Schäume.
von Allen Dumler

Unbenannt

Sie erhellte den ganzen Raum. Es war nicht so, dass sie das Licht reflektierte, nein. Sie war das Licht. Ein ungeheurer Schein drang aus ihr heraus. Der Schimmer lag auf ihrem goldenen Engelshaar, auf ihrer Haut, auf den Lippen, in jeder ihrer Gesten. Was sie berührte, wurde heilig. Alles an ihr war hell. Einen ihrer Strahlen auf sich ruhen zu spüren, wurde unmittelbar zu einem teifen, inneren Verlangen. Ihr Zauber lag in der Luft, die sie atmete. Den Blick von ihren zarten Zügen abzuwenden, glich einem unerträglichen Verlust, denn ihre Augen waren der Himmel, getaucht in sanftes Blau, umringt von einem güldene Wimpernkranz; mit jedem Lidschlag brachte sie die Welt zum Erzittern, Jungfrauen zum Eröten und trieb jeden Mann in den Wahnsinn. Ein jeder wollte sie berühren. Ein jeder wollte sie besitzen. Den herbsüßen Goldschatz, das Blitzen ihres Augensterns, das Beben ihres Mundes. Einzig ihre Unschuld zu stehlen, wäre ein Verbrechen an der Menschheit. Ach, sie malen können! Sie einfangen, um jeden Moment ihrer Anmut zu huldigen. Dem gleichmäßigen Fluss, dem Glanz ihres Haares. Ihrem königlichen Profil, dem edlen Schwung, der Einheit ihres Antlitz, ihrer Brauen.Ihre noble Haut, so hell, so weiß, wie weicher Sand am Meer, so klar, so rein. So erstrebenswert, berührenswert. Ach, sie malen können! Doch kein Rahmen dieser Welt könnte sie erreichen, selbst pures Gold wäre doch ein Makel, bedrückte ihre Schönheit. Welche Sehnsucht sie im Herzen schuf, wenn sie sich bewegte. Jeder Atemzug, der ihre Brust emporhob. Ihre schlanke Gestalt, die sich katzengleich bewegte, schwebte. Wie eine Elfe. Verstecktes Raubtier raubst mir den Verstand. Wenn sie die Arme hob, wie Strahlen der Sonne sie umkreisen ließ, wenn sie sich im Tanze drehte. Die Hand um ihre Taille legte, die Skulptur ihres Korpus, die Wellen ihrer Weiblichkeit. Wie langsam ihr Schwanenhals in ihren schmalen Rücken überging und die Linie tiefer wanderte, hinab, noch weiter, hinein in einen Ozean aus Fantasien... Die Silhouette ihres Körpersaus Elfenbein geschnitzt, direkt aus Gottes Hand zu den Freuden und Leiden der Welt gegeben. Ach, sie in Marmor meißeln! Für die Ewigkeit beschützt. Nun, da sie mit ihren kleinen Fingern suchte, sie krümmte, als seien sie winzige Lebensformen, auf eine Weise surreal. Ihre perfekten Hände drehte und wendete, da offenbahrte sie in dieser Bewegung die ganze Herrlichkeit ihres Wesens. Wie ein ungebändigtes, doch wunderschönes Tier. Frei und unbeschwert und so völlig selbstvergessen. Die Liebkosung ihrer weichen, rosafarbenen Lippen, voll und froh. Der Wunsch im Herzen, der wuchs mit jeder Sekunde, die man ihre Vollkommenheit betrachtete, ein wenig ihres Sein zu erhalten, durch ihren Kuss erhellt zu werden. Ihre Luft zu atmen. Ihren Lebenshauch zu spüren und die Grazie ihrer Schönheit. Sei es nur ein Augenblick solch heiliger Verschmelzung. Flüchtig wie ein Frühlingswind, der lau die Natur belebt.
Aber sie blieb nicht still. Sie handelte. Und obgleichder Raum allein durch irh Dasein ein Zimmer voll Bernstein und Rubinen war, brach sie ihren eignen Bann. Ein Verbrechen an der Menschheit, einzig sie selbst stahl ihre Unschuld und die Ehre ihrer Existenz so schwach gemacht durch Hochmut. Durch ihr Lachen, das aller Reinheit, allen Lichts entbehrte. Welch schwerwiegender Fehler der Natur: Ein solch hohes Menschenkind, eine Frau an Klarheit, Anmut nicht zu übertreffen mit solch mittlerem Charakter auszustatten.
von Darleen Schitkowsky

Blicke in den Spiegel

Träumst Du?
Hättest nicht gedacht
Das was in Dir wacht
Schon längst vergangen ist

Hoffst Du?
Alles was Dich ausgemacht
Mit kunst neu entfacht
Und wieder aufgefrischst
Dein altes ich vom tisch

Glaubst Du?
Niemand wird's entdecken
Wird Dich begrüßen, wie in alten zeiten
Weil dein aussehen ewig walt

Merkst Du nicht?
Alles hat sich nun geändert
Niemand bleibt, wer er mal war
Alle schönheit, jugend ist vergänglich
So wie heut, so vor tausend jahr

Sie

Sie, ihre Augen, ihre Lippen,
erscheinen so zerbrechlich,
doch umso mehr mächtig.

Der Blick in ihren Augen,
mich beben lässt er,
tief und dunkel geht er.
Hinein ins Ungewisse,
was hat man zu verliern?
Letztendlich find' man doch Geborgenheit.

Die Lippen, glänzend,
verlockend, verführend.
Sie zu berühren man sich nicht traut,
zu traumhaft erschein sie mir.
Und wenn man 's tut,
das nie getraute,
welch' Liebesschauer einen durchströmt,
welch' Leidenschaft!
von Allen Dumler

Träume

Einst hatte ich einen Traum: Ich stand vor meinem Körper, dass wir mir gewiss, doch sah dieser nicht aus, wie er es tun sollte. Keine Haut oder gar ein Gesicht war zu erkennen. Es war eine weiße Gestalt, plastisch, so als ob man sich das Bild von einer Styroporpuppe vorstellt. Sie besaß keine besonderen Formen, die Figur war absoluter durchschnitt und hätte sich an jede Kurve anpassen können. Doch eine Auffälligkeit besaß sie: Ihre Schädeldecke war glatt abgeschnitten worden. Knapp über den Augen, die keinerlei Farbe oder Fasson aufwiesen, war eine ebene Oberfläche, die den ganzen Bereich, in dem sich normalerweise das Gehirn befand, unterschlug.
Doch dies alles hieß nicht, dass die Gestalt nicht im Stande war ihr Gefühle zum Ausdruck zu bringen: Sie besaß einen Mund, der sich in alle erdenklichen Himmelsrichtungen strecken und dehnen konnte, um ihren Kummer, Wut und Enttäuschung herzu zeigen.
Nun kam mir die Frage, wie ich gleichzeitig vor meinem Körper stehen und ihn dennoch ansehen konnte, als ich zu der Erkenntnis gelangte, dass ich noch immer ich war, nur mein Inneres frei zu schweben vermochte. Mein Aussehen, meine Gefühle und mein Denken schienen also meinen Geist zu Umfassen. Alles konnte ich tun wie gehabt: Ich konnte sehen, fühlen, schmecken, riechen, hören, auch wenn ich all dies in meinem Traume nicht brauchte.
Mein Körper schien zu wissen, dass ich direkt vor ihm stand und er winkte mich zu ihm, als wolle er mich bei sich zurück haben. Aber ich schüttelte den Kopf, auch wenn zu jener Zeit ja keinen besaß, ich wollte nicht zurück in diese Gestalt. Eine Freiheit, wie ich sie nie zuvor erspürte, nahm mich vollkommen ein und entwickelte die jähe Abneigung, gegen das Wiedereindringen in meinen Körper.
Jedoch ließ mein Körper mich nicht ruhen und streckte den Arm aus, um an mir zu zerren. Ich weiß nicht, wie ich es tat, aber ich wehrte mich gegen ihn und anfangs gelang es mir auch. Dann jedoch siegte mein Körper und ich erlangte alle meine vorigen Fähigkeiten zurück, was die Bewegung und das Halten von Gegenständen mit einschloss.
Nun sah ich einen Spiegel vor mir, er zeigt meinen Kopf, der nun wieder vollendet war, und ein Teil meines Halses. Mein rechter Arm streckte sich in die Höhe und formte mit den Finger ein Lauf einer Pistole. Diese hielt ich mir an den Kopf und wollte abdrücken. Bevor dies jedoch geschehen konnte, schlug meine Linke nach der Rechten und zwang sie aus meinem Sichtfeld. Es wiederholte sich ein paar mal, bis schließlich ich eine echt Pistole in meiner Rechten hielt. An meine Schläfe gerichtet wollte ich abermals abdrücken, doch auch diesmal kam mir meine linke Hand zuvor und riss den Lauf nieder.
Ich drückte nicht ab und der Traum zerplatzte.

Unbenannt

Wohin soll ich fliehen?
Meine Flügel sind gebrochen,
Wenn böse Träume mich ins Dünkel ziehen,
Und niemand hier, der mich hält.

Ich hab den Weg verloren.
So fühlt es sich zumindest an.
Aus der Tiefe der Nacht ist mein Unmut geboren.
Flog ich nicht einst weit übers Meer?

Berühr meine Hand,
Fühl wie sie bebt!
Nimm mich mit ins Märchenland,
Hier kann ich nicht bleiben.

Zu groß ist die Gefahr
Sich in sich selbst zu verlieren,
Werden Träume wahr?
An einem andern Ort?
von Darleen Schitkowsky

Unbenannt

Dunkelheit
erwacht in meinen Adern,
Das kalte Herz pumpt schwarzes Gift hindurch
Angst
Lähmt meine Glieder,
Macht die Augen schwer und trübe
Bin erblindet wie ein Greis
Lacht die Nacht mir ins Gesicht
Gehässig macht
Sie Fratzen, denn sie weiß:
Nur sie bestimmt mein Sein
von Darleen Schitkowsky

Eine Unbekannte

Ihr fragt sie nicht,
Was sollte sie auch sagen.
Ihr lasst sie sein,
Kein Grund sich zu beklagen.
Ihr seht sie nicht,
Sie hält sich gern versteckt.
Ihr kennt sie nicht,
Habt ihr sie entdeckt?

Sie macht sich klein.
Verkriecht sich in den Ecken.
Kennt ihr ihre Tränen?- Nein.
Sie lernte schnell die Narben zu verdecken.

Habt ihr sie je gesucht?
Sie würde euch nicht fehlen.
Wir alles sind verflucht,
Längst verlorne Seelen.

Seht ihr in die Augen!
Seht ihr ins Gesicht!
Lernt an die Hölle glauben,
Denn einen Himmel kennt sie nicht!

Für sie bleibt es dunkel
Ihr seid kein Licht
Gedenkt dieser Worte
Denn sie
Bin ich
von Darleen Schitkowsky

Von der Verdorbenheit der Welt

"Ich sage dir, was auf dieser Welt jedem Geschöpfe blüht; so war es, wird es immer sein: Der Sieger ist immer der Schmerz. Wenn das Herz bereits von Bitterkeit durchtränkt in schwarzen Flammen steht, dann hat das, was sich die Liebe nennt, längst keine Chance mehr; dann wird der räudige Teerklumpen nach und nach ins Höllenfeuer tropfen und in einem grausigen Zischen verdampfen; der Gestank nach verlorenen Seelen, der nach faulen Eiern riecht, wird sich verbreiten und der Antichrist lacht!", sagte die Schlange und bot dem dummen Affen einen Apfel an. Ich darf nicht, wollte er sagen, doch was er sagte war: "Zeig mir das Leben!"

Doch Gott sah auf die Erde herab und wunderte sich sehr.

"Du wirst nie zu Glück kommen, wenn du es dir nciht selbst machst! Gott schuf den Affen, um seinen Untergang mitanzusehen. Nun liegt es an dir: Willst du es dir wohl gefallen lassen oder über den feinen Meister siegen? Der Herr schuf die Sünde, um den Affen zu verderben. Sag, Affe, kann denn Leben Sünde sein? Und ist Leben nicht, was möglich ist? Der Herr schuf auch die Möglichkeit! Hör Affe, willst du leben, musst du sündig sein!", sagte die Schlange und der Affe nahm den Apfel.

Doch Gott sah auf die Erde herab und schüttelte nur den Kopf.

Und als nun die Zeit ins Land gegangen war un der Affe fett und reich und einsam ward von den Äpfeln und der Sünde und ihm sein Herz in schwarzen Flammen stand, da kam er zurück zur Schlange. "Was hast du getan?", fragte der Affe, der nun nicht mehr dumm, aber unglücklich war.
"Ich tat nichts. Ich habe dir gesagt, was die Zukunft bringt, nichts weiter, sonst nichts, denn etwas anderes hält die Welt dir nicht bereit.", sagte die Schlange und der Affe nahm den Apfel selbst.
"Es wäre anders gekommen.", glaubte er zu wissen, doch die Schlange wusste es besser: "Ich sage dir, was auf dieser Welt jedem Geschöpfe blüht; so war es, wird es immer sein: Der Sieger ist immer der Schmerz."

Doch Gott sah auf die Erde herab und alle Engel weinten, denn sie wussten, die Schlange hatte recht.
von Darleen Schitkowsky

Unbenannt

Als ich an diesem Morgen erwachte, war ich voller Gleichgültigkeit.
Ich wollte nichts. Doch alles würde geschehen und ich dachte mir: Heute beginnt ein Tag un die Zeit geht vorbei und endet auch wieder. Und morgen beginnt ein Tag und vergeht und endet. Und dann eine Woche und vergeht und endet und noch eine, und kommt und vergeht und endet. Und noch eine und immer wieder. Ich nahm das hin und es berührte nichts in mir. Diese Zeit würde sein, ob ich es war oder nicht. Ich würde sie überleben oder nicht, auf irgendeine Weise, die nicht wichtig war. Man würde sehen, was kam und es würde kommen, ob man es wollte oder nicht. Und ich hoffte, nachdem die Tage kamen, vergingen und endeten, würde ich irgendwann nicht mehr daran denken müssen. Und dann ein klein wenig glücklich sein.
von Darleen Schitkowsky

Poesie

Die Träge, die Eitle
Sie hat nie genug.
Möchte mehr, möchte haben
Reist an sich unser Hab und Gut.
Doch tut sie nichts
Und wird es nie,
Denn sie ist ein Freund des Menschen, schon lang,
Gut und weise regierte sie.

Jetzt nun beginnen die Menschen zu vergessen,
Keiner weiß mehr sie zu schätzen.
Doch du blick nicht weg,
Jeder hat das Glück das in ihm steckt,
Neue Welten zu erschaffen,
Jedes mit eigenen Wörtern auszustatten.
Sieh zwar zurück auf die Poesie,
Schenk ihr ein Lächeln, doch vergiss sie nie

Schwärze

Nun bricht sie an, die Zeit,
Die noch nie gekommen wart
Und streckt sich nach allem,
Keinem bleibt es erspart

Mit gierigem Lächeln schlingt sie,
Kostet von Furcht, von Hass, von Liebe
Und treibt sie in die Flucht,
Weiter in unbekannte Ziele

Wenn diese zeit gekommen ist,
So fällt das letzte Blatt
Und lässt sich leise nieder
Auf das tränennasse Grab

Herbstspaziergang

schreitest durch den Wald
leise Pfoten,
leises Zwitschern,
leises Leben
alles ist entspannt

eine Lichtung tut sich auf
zeigt dir den Weg ins Nimmerland,
zeigt dir den Weg in Gottes Hand,
zeigt dir den Weg am schlammigen Rand
alles ist entspannt

der Herbst stregt sich dir entgegen
lässt es grüne, gelbe, braune Blätter regnen,
lässt den Wind den Boden fegen,
lässt dich hören reines Leben
alles ist entspannt