Von der Verdorbenheit der Welt
"Ich
sage dir, was auf dieser Welt jedem Geschöpfe blüht; so war es, wird es
immer sein: Der Sieger ist immer der Schmerz. Wenn das Herz bereits von
Bitterkeit durchtränkt in schwarzen Flammen steht, dann hat das, was
sich die Liebe nennt, längst keine Chance mehr; dann wird der räudige
Teerklumpen nach und nach ins Höllenfeuer tropfen und in einem grausigen
Zischen verdampfen; der Gestank nach verlorenen Seelen, der nach faulen
Eiern riecht, wird sich verbreiten und der Antichrist lacht!", sagte
die Schlange und bot dem dummen Affen einen Apfel an. Ich darf nicht,
wollte er sagen, doch was er sagte war: "Zeig mir das Leben!"
Doch Gott sah auf die Erde herab und wunderte sich sehr.
"Du wirst nie zu Glück kommen, wenn du es dir nciht selbst machst! Gott
schuf den Affen, um seinen Untergang mitanzusehen. Nun liegt es an dir:
Willst du es dir wohl gefallen lassen oder über den feinen Meister
siegen? Der Herr schuf die Sünde, um den Affen zu verderben. Sag, Affe,
kann denn Leben Sünde sein? Und ist Leben nicht, was möglich ist? Der
Herr schuf auch die Möglichkeit! Hör Affe, willst du leben, musst du
sündig sein!", sagte die Schlange und der Affe nahm den Apfel.
Doch Gott sah auf die Erde herab und schüttelte nur den Kopf.
Und als nun die Zeit ins Land gegangen war un der Affe fett und reich
und einsam ward von den Äpfeln und der Sünde und ihm sein Herz in
schwarzen Flammen stand, da kam er zurück zur Schlange. "Was hast du
getan?", fragte der Affe, der nun nicht mehr dumm, aber unglücklich war.
"Ich tat nichts. Ich habe dir gesagt, was die Zukunft bringt, nichts
weiter, sonst nichts, denn etwas anderes hält die Welt dir nicht
bereit.", sagte die Schlange und der Affe nahm den Apfel selbst.
"Es
wäre anders gekommen.", glaubte er zu wissen, doch die Schlange wusste
es besser: "Ich sage dir, was auf dieser Welt jedem Geschöpfe blüht; so
war es, wird es immer sein: Der Sieger ist immer der Schmerz."
Doch Gott sah auf die Erde herab und alle Engel weinten, denn sie wussten, die Schlange hatte recht.
von Darleen Schitkowsky
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