Donnerstag, 3. Mai 2012

Unbenannt

Es war eine düstere Nacht. Der Nebel umhüllte die großen Eichen, deren schwarze Äste knorrig und alt, doch unerschütterlich in den Himmel ragten. Rot und milchig. Dunkel und sternenlos. Die Kälte knisterte in den Blättern. Sie ließ meinen ganzen Körper zittern. Doch ich spürte ihn nicht. Der Rauch in meinen Lungen hielt mich wach, machte mich schläfrig. In meinem Kopf war es still. Weißes Rauschen. Ein bisschen wie der Nebel der alles gefangen nahm und sanft in sein Geheimnis einwickelte. Ich hielt mich an meiner Zigarette fest und versank angenehm beruhigt in einem tiefen Seufzer. Ich fragte mich, wieviele Nächte ich schon hier unter den breiten Zweigen der Blautanne gesessen hatte. Sie breiteten sich aus wie die starken Schwingen eines Alters. Ich sah den blauen Dunstschwaden nach, wie sie sich sorglos davon stahlen. Wie viel mochte dieser Baum schon erlebt haben. Wie wenig würde ich noch davon sehen.
von Darleen Schitkowsky

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen