Die trauernde Weide steht am Fluss des Lebens. Sein Wasser ist das wonach sie sich verzehrt. Der Wind spielt mit ihren Blättern- umhüllt sie, lässt sie tanzen. Tanzen voller Glück. Doch am Ende lässt er sie allein zurück. Allein wie am Anfang. Den Hauch des Glücks gekostet, doch nie verzehrt.
Der Herbst als einziger Ausweg aus dem alten Kleid. So wird die Vergangenheit abgeworfen und nur das nackte Gebilde der Hoffnung bleibt. Dieses versteckt sich im Winter unter einer Schicht des Schutzes. Diese dünne Mauer, die aus Angst geschaffen, birgt die Ruhe, die sie wie ein Kleid der Kraft umhüllt. Und nach und nach mit dieser füllt. Aus dieser Kraft wird ein strahlendes Antlitz erschaffen. Im Frühling zeigt sich die Blüte der Erholung. Im Sommer erstrahlt die Weide in ihrem alten Stolz. Sie scheint so stark, wenn ihre Blätter, vom Gerüst der Hoffnung erschaffen, im Winde tanzen. Tanzen voller Glück. Doch der Herbst kehrt zurück und nimmt jedes Mal ein Stück der Hoffnung mit.
von Linda Zirnstein
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