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Freitag, 4. Mai 2012

Leben der Weide

Die trauernde Weide steht am Fluss des Lebens. Sein Wasser ist das wonach sie sich verzehrt. Der Wind spielt mit ihren Blättern- umhüllt sie, lässt sie tanzen. Tanzen voller Glück. Doch am Ende lässt er sie allein zurück. Allein wie am Anfang. Den Hauch des Glücks gekostet, doch nie verzehrt.
Der Herbst als einziger Ausweg aus dem alten Kleid. So wird die Vergangenheit abgeworfen und nur das nackte Gebilde der Hoffnung bleibt. Dieses versteckt sich im Winter unter einer Schicht des Schutzes. Diese dünne Mauer, die aus Angst geschaffen, birgt die Ruhe, die sie wie ein Kleid der Kraft umhüllt. Und nach und nach mit dieser füllt. Aus dieser Kraft wird ein strahlendes Antlitz erschaffen. Im Frühling zeigt sich die Blüte der Erholung. Im Sommer erstrahlt die Weide in ihrem alten Stolz. Sie scheint so stark, wenn ihre Blätter, vom Gerüst der Hoffnung erschaffen, im Winde tanzen. Tanzen voller Glück. Doch der Herbst kehrt zurück und nimmt jedes Mal ein Stück der Hoffnung mit.

von Linda Zirnstein

Donnerstag, 3. Mai 2012

Unbenannt

Wohin soll ich fliehen?
Meine Flügel sind gebrochen,
Wenn böse Träume mich ins Dünkel ziehen,
Und niemand hier, der mich hält.

Ich hab den Weg verloren.
So fühlt es sich zumindest an.
Aus der Tiefe der Nacht ist mein Unmut geboren.
Flog ich nicht einst weit übers Meer?

Berühr meine Hand,
Fühl wie sie bebt!
Nimm mich mit ins Märchenland,
Hier kann ich nicht bleiben.

Zu groß ist die Gefahr
Sich in sich selbst zu verlieren,
Werden Träume wahr?
An einem andern Ort?
von Darleen Schitkowsky