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Donnerstag, 26. Juli 2012

Schwarzer Sand


Sie nennen es auch das schwarze Gold
Jeder fürchtet es,
Jeder ist ihm hold
Denn irgendwann werden wir alle dazu verbannt,
Zu schwarzem Sand
Weich und komisch elegant
Und doch schwer im Herz

Wenn weit, weit entfernt die Sonne explodiert,
Dann brüllt und blutet der Himmel
Und der schwarze Sand ihn überzieht
Wie schwarzer Schimmel
Dann klebt und kleckert die Luft,
Wird bleiern und dicht
Alles Licht verpufft,
Die ganze Welt vor Moder zerbricht
So fällt er weiter, weiter in deine Hand
Die Asche, der schwarze Sand.

Sonntag, 6. Mai 2012

Dufte kleines Blümchen, dufte
Hast die Welt noch nicht gesehen
Möchtest fliegen durch die Lüfte,
Schritt für Schritt dein Wege gehen

Sachte kleines Blümchen, sachte
Eile nicht gar zu schnell voraus
Nimm deine Zeit und betrachte,
Den wunderlichen Augenschmaus

Singe kleines Blümchen, singe
Teil dein Glück mit der Natur
Philosophiere über Dinge,
deines und der anderen Spur

Fliege kleines Blümchen, fliege
Tauch dein Blatt in Erd und Wolk
Empfang die so verdiente Liebe,
bist aller Welt schönstes Gold

Donnerstag, 3. Mai 2012

Spaziergang mit Werther

Wie ruht die Welt so feierlich!
Mir graut’s vor dieser Stille,
In die gar kalt und schauerlich
Gehüllt ist alle Fülle,
Die in des Maien Sonnenschein
Einst laut und bunt geklungen,
Das fröhlich Lied des Liebenden,
Nun ist es ausgesungen.
Der Wind im toten Herbsteslaub
Hat dich entfernt von mir,
Natur vergeht im Jahreslauf,
-Und ich vergeh‘ mit ihr.
von Darleen Schitkowsky

Herbstspaziergang

schreitest durch den Wald
leise Pfoten,
leises Zwitschern,
leises Leben
alles ist entspannt

eine Lichtung tut sich auf
zeigt dir den Weg ins Nimmerland,
zeigt dir den Weg in Gottes Hand,
zeigt dir den Weg am schlammigen Rand
alles ist entspannt

der Herbst stregt sich dir entgegen
lässt es grüne, gelbe, braune Blätter regnen,
lässt den Wind den Boden fegen,
lässt dich hören reines Leben
alles ist entspannt

Unbenannt

Es war eine düstere Nacht. Der Nebel umhüllte die großen Eichen, deren schwarze Äste knorrig und alt, doch unerschütterlich in den Himmel ragten. Rot und milchig. Dunkel und sternenlos. Die Kälte knisterte in den Blättern. Sie ließ meinen ganzen Körper zittern. Doch ich spürte ihn nicht. Der Rauch in meinen Lungen hielt mich wach, machte mich schläfrig. In meinem Kopf war es still. Weißes Rauschen. Ein bisschen wie der Nebel der alles gefangen nahm und sanft in sein Geheimnis einwickelte. Ich hielt mich an meiner Zigarette fest und versank angenehm beruhigt in einem tiefen Seufzer. Ich fragte mich, wieviele Nächte ich schon hier unter den breiten Zweigen der Blautanne gesessen hatte. Sie breiteten sich aus wie die starken Schwingen eines Alters. Ich sah den blauen Dunstschwaden nach, wie sie sich sorglos davon stahlen. Wie viel mochte dieser Baum schon erlebt haben. Wie wenig würde ich noch davon sehen.
von Darleen Schitkowsky

Unbenannt

Langsam übers Feld
Sonne, im Nacken
Wärme, in der Luft
Leichtigkeit, im Schritt
Schwerelos, im Kopf
Lächlen, im Gesicht
Flug, der Vögel
Wiegen, im Wind
Träge erblüht der Löwenzahn