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Donnerstag, 3. Mai 2012
Eine Bitte
Wenn mein Herz zu Stein geworden ist
Und meine Leidenschaft zu Eis
Wenn ich vergessen hab wie man vergisst
Und ich sterben will um jeden Preis
Geliebter, dann halte mich fest,
halte mich fest.
Wenn mein Schmerz mich zerreißt
und mich in die Verwirrung treibt
Wenn ich die Richtung nicht mehr weiß
Und nur noch Leere bleibt
Geliebter, dann halte mich fest,
halte mich fest.
Ich habe mein Herz sooft hingegeben
Doch es wurde nur zerbrochen
Zerschrabt, zernarbt, zerrissen
Eine Bitte hält mich noch am Leben:
Geliebter, halte mich fest
Halte mich fest.
Ich habe alles gegeben
Es wurde alles genommen
Doch ich habe nichts zurück bekommen
Du sagst:„Fang von vorne an“
Doch ich weiß nicht wie oft ich noch anfangen kann.
Geliebter, halte mich fest,
halte mich fest.
Ich steh auf, setz mich hin
Ich sammle meine Hoffnung
Und bleibe schließlich liegen
Mit dem Rücken an der Wand
Und dem Schicksal in der Schusslinie
Und dann steh ich da,
weiß nicht wie lang ich mich noch halten kann.
Geliebter, halte mich fest,
halte mich fest.
Meine Beine knicken ein
Mein Kopf läuft über
Mein Finger zuckt am Abzug
und dann…
hältst du mich fest, hältst du mich fest.
von Sunniva Zelia
Blicke in den Spiegel
Träumst Du?
Hättest nicht gedacht
Das was in Dir wacht
Schon längst vergangen ist
Hoffst Du?
Alles was Dich ausgemacht
Mit kunst neu entfacht
Und wieder aufgefrischst
Dein altes ich vom tisch
Glaubst Du?
Niemand wird's entdecken
Wird Dich begrüßen, wie in alten zeiten
Weil dein aussehen ewig walt
Merkst Du nicht?
Alles hat sich nun geändert
Niemand bleibt, wer er mal war
Alle schönheit, jugend ist vergänglich
So wie heut, so vor tausend jahr
Unbenannt
Dunkelheit
erwacht in meinen Adern,
Das kalte Herz pumpt schwarzes Gift hindurch
Angst
Lähmt meine Glieder, Macht die Augen schwer und trübe
Bin erblindet wie ein Greis
Lacht die Nacht mir ins Gesicht
Gehässig macht
Sie Fratzen, denn sie weiß:
Nur sie bestimmt mein Sein
von Darleen Schitkowsky
Eine Unbekannte
Ihr fragt sie nicht,
Was sollte sie auch sagen.
Ihr lasst sie sein,
Kein Grund sich zu beklagen.
Ihr seht sie nicht,
Sie hält sich gern versteckt.
Ihr kennt sie nicht,
Habt ihr sie entdeckt?
Sie macht sich klein.
Verkriecht sich in den Ecken.
Kennt ihr ihre Tränen?- Nein.
Sie lernte schnell die Narben zu verdecken.
Habt ihr sie je gesucht?
Sie würde euch nicht fehlen.
Wir alles sind verflucht,
Längst verlorne Seelen.
Seht ihr in die Augen!
Seht ihr ins Gesicht!
Lernt an die Hölle glauben,
Denn einen Himmel kennt sie nicht!
Für sie bleibt es dunkel
Ihr seid kein Licht
Gedenkt dieser Worte
Denn sie
Bin ich
von Darleen Schitkowsky
Schwärze
Nun bricht sie an, die Zeit,
Die noch nie gekommen wart
Und streckt sich nach allem,
Keinem bleibt es erspart
Mit gierigem Lächeln schlingt sie,
Kostet von Furcht, von Hass, von Liebe
Und treibt sie in die Flucht,
Weiter in unbekannte Ziele
Wenn diese zeit gekommen ist,
So fällt das letzte Blatt
Und lässt sich leise nieder
Auf das tränennasse Grab
Unbenannt
Vergangene Stunden rinnen herab,
Tropfen leise auf Dein Grab,
Zerreißen die Schranken des ewigen Seins,
Lassen Dich wanken in Trug und Schein.
Trunken, berauscht hat die Zeit Dich gemacht,
Flüchtig und windig, düster die Nacht,
Die Lichter, sie ziehen und schwimmen davon,
Doch Du- Du bist längst angekommen.
Kein Weg mehr zu gehen, kein letztes Wort,
Die Stille um Dich schreit Fort!, Fort!, Fort!
von Darleen Schitkowsky
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