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Donnerstag, 26. Juli 2012

Ohne Titel


Brenne Seele, brenne
Das wolltest du ewiglich
Entfache die lodernde Sänge,
Züngle dich um mein Gesicht

Weiter noch in mein Herz hinein,
Nimm alles was war mein
Genugtum steht dir ewig nicht,
Doch Dein wird niemals sein erlischt

Träumerische dumme Köpfe
Lassen Dein einfach tun
Doch schlingst mit deinen hasserfüllten Zöpfen
Jedem Tor den Halse zu

Was hab ich von dir?
Treibst deine Spiele mit mir
Kann nicht mit und kann nicht ohne
Deine tiefe Scheusals Gier

Schwarzer Sand


Sie nennen es auch das schwarze Gold
Jeder fürchtet es,
Jeder ist ihm hold
Denn irgendwann werden wir alle dazu verbannt,
Zu schwarzem Sand
Weich und komisch elegant
Und doch schwer im Herz

Wenn weit, weit entfernt die Sonne explodiert,
Dann brüllt und blutet der Himmel
Und der schwarze Sand ihn überzieht
Wie schwarzer Schimmel
Dann klebt und kleckert die Luft,
Wird bleiern und dicht
Alles Licht verpufft,
Die ganze Welt vor Moder zerbricht
So fällt er weiter, weiter in deine Hand
Die Asche, der schwarze Sand.

Donnerstag, 10. Mai 2012


(hört sich am besten schnell und laut an ;) )

Weite Schöpfung
Keinen Sinn
Weiter Weg
Kein Entrinnen
Laute Rufe
Schon verhallt
Auf der Suche
Keinen Halt
Brauche Wasser, brauche Ton
Brauche Licht
Wer braucht mich schon?
Bin das Kleine, bin der Nichtsnutz
Tauche unter, suche Schutz
Laufe weiter, links und rechts
Oben, unten, alles krächzt
Denn nur die Raben, dumme Viecher
Bleiben bei mir, arme Kriecher
Bin schon lange auf der Reise
Hab schon fast den Mut verlorn
Da kommst von hinten, legst die Hand auf meine Ohrn
Hab mich getäuscht
Kann lieben
Ohne Ton zu bieten
Brauche nur ein Bild vor Augen
Dein Bild, lässt mir Atem rauben
Drei Sekunden eine Ewigkeit
Ein Augenblick, der Schönheit
Birgt und mich spielt in deine Hände
Wie gewonnen so zerronnen, flüstert mit das Schicksal ein
Und wie du warst gekommen
So bist gegangen
Doch warst immer mein

Sonntag, 6. Mai 2012

Dufte kleines Blümchen, dufte
Hast die Welt noch nicht gesehen
Möchtest fliegen durch die Lüfte,
Schritt für Schritt dein Wege gehen

Sachte kleines Blümchen, sachte
Eile nicht gar zu schnell voraus
Nimm deine Zeit und betrachte,
Den wunderlichen Augenschmaus

Singe kleines Blümchen, singe
Teil dein Glück mit der Natur
Philosophiere über Dinge,
deines und der anderen Spur

Fliege kleines Blümchen, fliege
Tauch dein Blatt in Erd und Wolk
Empfang die so verdiente Liebe,
bist aller Welt schönstes Gold

Donnerstag, 3. Mai 2012

Der Mann mit dem Koffer voller Fragen

Melancholisch ließ die Birke ihre Zweige hängen. Im Hintergrund strahlte der rosafarbene Himmel mit der leuchtend orangenen Sonne um die Wette, die sich gerade schlafen legte. Ein sanfter Hauch von einem Wind wehte und ließ die Zweige der Birke im schwindenden Abendlicht tanzen. Die alte Schaukel pendelte leicht hin und her, stand verlassen an dem Platz, an dem sie schon so viele Jahre gestanden hatte. In der Luft lag noch ein letztes Kinderlachen, das den Tag beschloss. Aus den geöffneten Fenstern drangen Küchengeräusche und appetitliche Gerüche, die sich mit dem schweren Duft der Magnolien mischten. Hinter den Fassaden kamen die Familien zusammen, man konnte die Nähe durch die Hauswände spüren. Ein einsamer Wanderer stapfte durch die menschenleeren Straßen. Seine Schuhe waren löchrig und mit rotem Staub bedeckt, seinen abgewetzten Hut trug er tief ins Gesicht gezogen. Obwohl er schwieg, hatte man den Eindruck, dass er ein Liedchen pfiff. Eine Weise, wie aus einer anderen Welt, die so unpassend an diesem frischen Frühlingsabend schien, wie er selbst. Der Landstreicher trug einen großen Koffer bei sich, von dem man glauben musste, dass man ihn einzig vom Fleck bewegen konnte, indem man ihn mühsam hinter sich her schleifte, so riesig war er. Doch der Mann trug das Gepäckstück locker unter dem Arm, ließ ihn baumeln, als wöge er nichts. Jetzt wendete er sich einem Garten zu, dessen Wiese über und über mit weißen Blütenblättern bedeckt war. Darüber reckten sich die alten, knorrigen Stämme der blütenübersäten Obstbäume. Der Mann blieb stehen und von ihm strahlte ein Lächeln in die Welt, als betrachte er das Schönste, das er sich vorstellen konnte. Mit fachmännischem Blick nahm er alles in sich auf: jeden Zweig, jeden Strauch und jedes kleine, gelbgrüne Blättchen. Der Koffer glitt zu Boden, als ein langgezogener Freudenschrei in der Ferne verhallte. Staubwölkchen wirbelten um die Füße des Landstreichers. Und dann, wie um ein Zeichen zu geben, markierte das Quietschen der verlassenen Schaukel den Beginn der seltsamen Ereignisse an diesem friedlichen Tag im April. Mit einem Schnappen sprangen die Schlösser am Koffer auf und der gewichtige Deckel öffnete sich langsam, wie schwerelos. Für den ungeübten Betrachter schien das Gepäckstück gänzlich leer zu sein, doch wer genauer hinsah und zum Sehen nicht nur seine Augen gebrauchte, der erkannte sofort, dass er bis zum Rand gefüllt war mit Fragen. Unter ihnen waren große und scheinbar unbedeutende Fragen, offene und peinlich genau formulierte, bunte und stille. Sie alle breiteten sich aus und zogen sich wieder zusammen, purzelten wild durcheinander. Bedächtig machte der Mann einen Schritt zurück und beugte sich zu den unzähligen Fragen hinunter und kramte lange in dem Koffer, bis er behutsam die Auserwählte auf seine raue Handfläche legte. Er hob sie an seinen Mund und sein Atem ließ sie sich schwebend entfernen, den hellen Blüten entgegen bis sie vom Nachthimmel verschluckt wurde. Der Wanderer verfolgte ihren Weg und seufzte lautlos. Dann gab er dem Koffer einen Stups mit dem Fuß, sodass dieser zusammenklappte. Ein weiterer kleiner Tritt ließ ihn aufspringen, und der Mann fasst ihn wieder unter dem Arm. Schlendernd entfernte er sich, wie er gekommen war, verließ die Straße ohne Eile. Doch in jedem Haus, an dem er vorbeikam, ging ein Licht an. Gelbe Äugelein guckten in die Nacht und ein oder zweimal blieb der Wanderer einen kurzen Moment lang stehen und griff in die Leere. Nur wer bereit war, die Augen zu schließen, konnte sehen, dass ein Reisender durch die Dunkelheit schlenderte, um noch all die übriggelassenen Fragen zu sammeln.
von Darleen Schitkowsky

Allein unter Lebenden

Denn zu dieser Zeit vibrierte alle Welt und jedermann war ein Vesuv und die Eruptionen der menschlichen Vulkane spuckten Leben um sich; einzig sie rang begraben unter der Asche und dem Staub nach Atem.
Da gab es die roten Wilden, die sich im psychedelischen Strudel ihres durch bunte Substanzen aufgewühlten Bluts und der kreischenden Musik unterlegt mit feisten Bässen im Tanze drehten und sich ganz vergaßen. Aus zwielichtigen Etablissements konnte man ihre grellen Rufe hören, ekstatisch immer engere Kreise ziehend, immer schneller und lauter hetzend.
Wieder andere suchten die Weite. Sie sahen die Welt mit den von Zeit ungetrübten Augen der Jugend, die viel auf ihre großen Hoffnungen und ihren idealisierten Hass auf das System- welches ist, wie die Geschichte zeigt, nicht von Belang, da es sich schlicht immer um das Vorhandene handelt- und letztlich die sogenannte Freiheit hielten. Diese war ihnen das höchste und einzig erstrebenswerte Gut und sie fanden es sich in den fernen Ländern der Erde zwischen fremden Sprachen und Landschaften.
Die nächsten taten sich durch ihren Intellekt oder ihr Talent hervor, an das sie sich klammerten und es bereitete ihnen rote Teppiche auf allen Wegen, die nach oben führen und keine Türen blieben verschlossen, sodass sie in dem Wissen wandelten, am Ende der Leiter vom goldenen Balkon dem Pöbel zu winken. Und einige waren schlicht so schön, dass ihre Umwelt nicht umhin konnte, sie über alles zu erheben, sodass deren Lebenssinn in sich selbst und der Leichtigkeit zu finden war.
Manche wenige hatten sogar das Glück durch die Freuden von Liebe und Freundschaft Kraft zu finden, doch Gefühle sind ein windiges Geschäft. Spontanität verhalf solchen, Religion jenen anderen, Wut den letzten zu einem Gegenstand, um den sich ihre Gedanken winden konnten, sodass sie einen Grund zur Detonation fanden.
Sie alle jedoch waren in ihrer Diversität begnadet, weil sie ihre persönliche Existenz von etwas Allgemeinem, das alle besaßen, zu etwas Eigenem machten, indem sie es erfüllten mit dem einen, von dem sie glaubten, dass es sie satt mache oder zumindest meinten sie dadurch, der unstillbaren Gier nach Leben, dem ewigen Hunger entfliehen zu können. Ganz gleich, ob es nun Vergnügungswut, Ideale oder Ehrgeiz waren, die ehrbaren- und naiven- Hoffnungen oder der Hände und Geister ehrliche- und ermüdende- Arbeit; sie hatten ihre Mittel, die peitschende Sehnsucht zu bezwingen. Und sie nutzen, war jenes diffuse Gewirr, das man mit dem seltsamen Wort Leben bekleidet.
Auf gewisse Weise waren nämlich all diese Menschen geeint durch die Arroganz des Lebendig-Seins, durch ihre explosive Sprengkraft. Selbst jene, deren Gemüter lediglich zu einfach gemacht waren, um zu erkennen, wie sich um sie her eins in das andere fügte und das dritte erlosch, waren doch glücklich, weil man „sich halt so durchschlägt“. Selbst der Alltag konnte das heilige Elixier des Lebendigen sein.
Allein sie, die unter der Asche wühlte und nach Luft ächzte, die genau wie die anderen die Sucht in sich hatte, die alle Welt von Geburt an verpestet und sie einmal taub, einmal rasend macht, allein sie gehörte trotzdem nicht zu den Lebendigen. Denn sie kannte keinen Weg und ihre Existenz war still und antriebslos, weil sie voller Gedanken und Wünsche war, und dennoch ohne Taten blieb. Denn in solchen, die keine Spur halten können und immer ausweichen in weitläufige Wüsten aus Liebe, die aber niemals zur Passion reicht, wächst der Druck des heißen Magmas nicht genug, auf dass sie ihr Innerstes und all ihr Gut nicht nach außen tragen können. Ihr Vulkanenschlund bleibt stumm und speit das Wichtige im Inneren nicht aus, sodass ihr Leben, was es nicht ist, weil es nicht aus Handlungen besteht, einer zersprengten Suche gleicht. Ihr Geheimnis findet keinen Ausdruck.
von Darleen Schitkowsky

Der Anfang

Du, bist der Anfang.
Du, bist das Licht.
Du, bist die Liebe,
Die Fesseln zerbricht.

Du, bist die Hoffnung.
Du, bist die Kraft.
Du, mein Beschützer,
Führst mich durch die Nacht.

Du, bist unendlich.
Du, überall.
Du, mein Erlöser,
Verlangsamst den Fall.

Berühr ich das Leben,
Berühre ich dich.
von Darleen Schitkowsky

Suche und Antwort

Auf der Suche nach mir selbst
fragte ich viele Leute.
Einige Antworten bekam ich,
auf and're warte ich noch heute.

Einige sagen ich sei lieb,
ich selber find mich fies.
Zudem wär ich gern ich selbst,
wenn man mich doch ließ.

Auf der Suche nach mir selbst
seh ich im Spiegel ein Gesicht.
Ich bin sicher es ist meines,
aber irgendwie auch nicht.

Manche sagen, ich sei 'ne Hexe
und sollte brennen lichterloh.
Ich muss gestehn ich liebe Feuer,
flammend Haar besitz ich schon.

And're sagen, ich sei seelenlos,
doch schwarze Seelen find ich schlimmer.
Seid ihr arm oder bin ich ärmer?
Denn alle Seelen leben für immer.

Auf der Suche nach mir selbst
fand ich auch einen Namen.
Dieser wird getragen von nem Körper
geschaffen durch meine Ahnen.

Familie sagt, ich sei Familie
Freunde sagen, auch ich sei Freund.
Feinde zählen mich zu ihresgleichen
oder habe ich das nur geträumt?

Auf der Suche nach mir selbst
hab ich mich nicht gefunden.
Wenn ich frage wer ich bin,
vergeude ich nur Stunden.
von Frauke Jinja Görl

Blicke in den Spiegel

Träumst Du?
Hättest nicht gedacht
Das was in Dir wacht
Schon längst vergangen ist

Hoffst Du?
Alles was Dich ausgemacht
Mit kunst neu entfacht
Und wieder aufgefrischst
Dein altes ich vom tisch

Glaubst Du?
Niemand wird's entdecken
Wird Dich begrüßen, wie in alten zeiten
Weil dein aussehen ewig walt

Merkst Du nicht?
Alles hat sich nun geändert
Niemand bleibt, wer er mal war
Alle schönheit, jugend ist vergänglich
So wie heut, so vor tausend jahr

Von der Verdorbenheit der Welt

"Ich sage dir, was auf dieser Welt jedem Geschöpfe blüht; so war es, wird es immer sein: Der Sieger ist immer der Schmerz. Wenn das Herz bereits von Bitterkeit durchtränkt in schwarzen Flammen steht, dann hat das, was sich die Liebe nennt, längst keine Chance mehr; dann wird der räudige Teerklumpen nach und nach ins Höllenfeuer tropfen und in einem grausigen Zischen verdampfen; der Gestank nach verlorenen Seelen, der nach faulen Eiern riecht, wird sich verbreiten und der Antichrist lacht!", sagte die Schlange und bot dem dummen Affen einen Apfel an. Ich darf nicht, wollte er sagen, doch was er sagte war: "Zeig mir das Leben!"

Doch Gott sah auf die Erde herab und wunderte sich sehr.

"Du wirst nie zu Glück kommen, wenn du es dir nciht selbst machst! Gott schuf den Affen, um seinen Untergang mitanzusehen. Nun liegt es an dir: Willst du es dir wohl gefallen lassen oder über den feinen Meister siegen? Der Herr schuf die Sünde, um den Affen zu verderben. Sag, Affe, kann denn Leben Sünde sein? Und ist Leben nicht, was möglich ist? Der Herr schuf auch die Möglichkeit! Hör Affe, willst du leben, musst du sündig sein!", sagte die Schlange und der Affe nahm den Apfel.

Doch Gott sah auf die Erde herab und schüttelte nur den Kopf.

Und als nun die Zeit ins Land gegangen war un der Affe fett und reich und einsam ward von den Äpfeln und der Sünde und ihm sein Herz in schwarzen Flammen stand, da kam er zurück zur Schlange. "Was hast du getan?", fragte der Affe, der nun nicht mehr dumm, aber unglücklich war.
"Ich tat nichts. Ich habe dir gesagt, was die Zukunft bringt, nichts weiter, sonst nichts, denn etwas anderes hält die Welt dir nicht bereit.", sagte die Schlange und der Affe nahm den Apfel selbst.
"Es wäre anders gekommen.", glaubte er zu wissen, doch die Schlange wusste es besser: "Ich sage dir, was auf dieser Welt jedem Geschöpfe blüht; so war es, wird es immer sein: Der Sieger ist immer der Schmerz."

Doch Gott sah auf die Erde herab und alle Engel weinten, denn sie wussten, die Schlange hatte recht.
von Darleen Schitkowsky